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Generationenwechsel mit Weitblick

Generationenwechsel mit Weitblick

Ein Gespräch mit Vater Ing. BM Leopold Kaltenreiner und Sohn Ing. BM Robert Kaltenreiner über die geplante Firmenübergabe, das Arbeiten im Familienbetrieb und den Blick in die Zukunft. 

Die Kaltenreiner Bau GmbH mit Sitz in St. Ulrich bei Steyr ist ein regional verwurzeltes Bauunternehmen mit langer Geschichte. Gegründet 1998 als Weiterentwicklung eines bereits seit 1994 bestehenden Planungsbüros, steht der Familienbetrieb heute für Baumeisterqualität, umfassende Baukompetenz und persönliche Betreuung – vom Neubau über Sanierungen bis hin zu denkmalgeschützten Projekten. 

Nun steht ein bedeutender Schritt bevor: die Übergabe des Unternehmens an die nächste Generation. Im Interview sprechen Leopold und Robert Kaltenreiner über ihre Zusammenarbeit, persönliche und berufliche Herausforderungen und ihre Visionen für das Bauen von morgen. 

September 2025

15. Dezember 2025

Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte

Am 15. Dezember wurde mit der offiziellen Firmenübergabe ein bedeutender Schritt in der Geschichte unseres Familienunternehmens gesetzt. Was vor rund 25 Jahren als Wunsch begann, in die Fußstapfen zu treten, ist an diesem Tag formell vollzogen worden – getragen von gegenseitigem Vertrauen, Respekt und dem gemeinsamen Verständnis von Qualität im Bauhandwerk. 

Die Übergabe steht für Kontinuität statt Bruch: Bewährte Werte bleiben erhalten, Verantwortung wird weitergegeben und der Blick richtet sich klar nach vorne. Tradition bildet dabei weiterhin das Fundament unseres Handelns, während Innovation den Weg in die Zukunft weist. 

Besonders wichtig ist uns, dass Erfahrung im Unternehmen bleibt. Leopold Kaltenreiner wird über das Kaltenreiner Planungsbüro auch künftig mit seinem baumeisterlichen Know-how, seiner planerischen Handschrift sowie in Beratung und Baubegleitung zur Seite stehen. 

Ein besonderer Dank gilt Notar Dr. Richard Hingsammer sowie Mag. Clemens Klingelmair (Deloitte) für die professionelle und vertrauensvolle Begleitung dieses wichtigen Schrittes. 

Mit Hausverstand, Handschlagqualität und Verantwortung gegenüber Bauherr:innen, Partnern und Region gehen wir diesen Weg weiter – in die nächste Generation.

Gespräch - September 2025

Wann ist die Übergabe offiziell geplant – oder hat sie bereits begonnen? 

Leo: „Wir haben uns ein Jahr lang intensiv mit dem Generationenwechsel beschäftigt – gut geplant und Schritt für Schritt. Mit Jahreswechsel werde ich offiziell übergeben.” 

Robert: „Ich habe 2015 auf der Baustelle begonnen und das Unternehmen von Grund auf kennengelernt. Mit Abschluss der Baumeisterprüfung 2024 übernehme ich zunehmend Verantwortung – aktuell arbeiten wir noch gemeinsam.“

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen euch beiden aktuell? 

Leo : „Sehr gut – ich bin bis zur Übergabe noch voll im Betrieb und gebe meine Agenden Schritt für Schritt ab. Robert bringt schon länger frische Ideen ein, größere Investitionen stimmen wir gemeinsam ab.“

Robert: „Ich habe vor zwei Jahren mit der Digitalisierung begonnen und meinen Verantwortungsbereich laufend erweitert. Vom Wissen meines Vaters kann ich täglich profitieren.“

Was fällt dir persönlich schwer an der Übergabe, Leo? 

Leo: „Der persönliche Abschied fällt mir nicht schwer – ich habe volles Vertrauen in Robert. Herausfordernd, und wo ich mir Gedanken mache, ist das wirtschaftliche Umfeld: politische Vorgaben, viel Bürokratie, Fachkräftemangel, Materialengpässe. Kleine Betriebe geraten zunehmend unter Druck – da braucht es Erfahrung, Weitblick und stabile Entscheidungen. Da versuche ich ihm so viel wie möglich mitzugeben – und werde auch in Zukunft mit Rat zur Seite stehen.“

Kaltenreiner | Mitarbeitergespräch

Was ist deine Vision für die Zukunft des Unternehmens, Robert? 

Robert: „Meine Vision ist ein stabiles, zukunftsfähiges Familienunternehmen, das sich an ein herausforderndes Umfeld anpasst und gestärkt daraus hervorgeht. Wir wollen Arbeitsprozesse weiter optimieren, uns auf das konzentrieren, was wir gut können – und das, was Freude macht: gute Arbeit für unsere Kunden. Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Regionalität bleiben dabei zentrale Werte.“

Bleibt das Planungsbüro bei dir, Leo? 

Leo: „Ja, das Planungsbüro bleibt mein Bereich. Mit über 30 Jahren Erfahrung begleite ich weiterhin Projekte – vor allem bei Sanierungen, besonderen Bauvorhaben oder als Konsulent. Mein Netzwerk und Fachwissen bringe ich gern weiterhin ein.“

Wie wichtig ist Teamarbeit in eurem Unternehmen, sowohl intern als auch auf der Baustelle? 

Robert: „Teamarbeit hat bei uns einen hohen Stellenwert – intern wie auf der Baustelle. Alle ziehen an einem Strang, jede Meinung zählt. Wertschätzung und ein gutes Miteinander stärken die Identifikation mit dem Unternehmen.“

Leo: „Team beginnt bei uns in der Familie – sonst wird es unpersönlich. Wir legen großen Wert darauf, dass sich alle gehört fühlen und die Leistung jedes Einzelnen anerkannt wird.“

Wie stellt ihr sicher, dass Qualität und Gewährleistung auch künftig gewährleistet sind? 

Leo: „In all den Jahren wurde bei uns noch nie ein Haftrücklass gezogen – das spricht für unsere saubere und verlässliche Arbeit. Die Firma wird 1:1 übergeben, und ich bin überzeugt, dass dieser Qualitätsanspruch auch in Zukunft gelebt wird.“

Robert: „Als Baumeister trage ich Verantwortung – und nehme sie ernst. Mit Fachwissen, einem starken Team und klaren Prozessen sichern wir Qualität und Gewährleistung weiterhin zuverlässig ab. Die Baumeisterprüfung war dafür ein wichtiger Meilenstein.“

Warum war die Baumeisterprüfung für dich so wichtig, Robert? 

Robert: „Die Baumeisterprüfung steht für Qualität und fachliche Kompetenz. Sie gibt uns die volle gewerbliche Berechtigung. Für mich war klar: Ein Familienbetrieb soll auch künftig als echter Baumeisterbetrieb geführt werden.“

Wie spielen Themen wie Digitalisierung und Energieeffizienz in eure Pläne hinein? 

Robert: „Digitalisierung ist für uns ein wichtiger Schritt, um effizienter zu arbeiten und mehr Zeit für unsere Kund:innen zu gewinnen. Mit BMD haben wir unsere Warenwirtschaft und Angebotslegung optimiert, gemeinsam mit BMD und KIWI setzen wir ein digitales Arbeitsplanungssystem um. Auch im Energiebereich investieren wir: Unsere erweiterte PV-Anlage mit Speicher ist seit Juni in Betrieb – ein klares Bekenntnis zu nachhaltigem Bauen und zukunftsorientiertem Arbeiten.“

Welche Trends seht ihr aktuell in der Baubranche, und wie positioniert ihr euch dazu? 

Leo: „Wir beobachten eine Rückkehr zu vernünftigem, leistbarem Bauen – oft auch mit Eigenleistung der Bauherren. Wichtig ist die ehrliche Abstimmung: Was kann man selbst machen, was gehört in Profihände? Auch das Bauen im Bestand gewinnt an Bedeutung – etwa die Umnutzung von Einfamilien- zu Mehrfamilienhäusern. Hier ist durchdachte Planung entscheidend.“

Robert: „Modulbauweisen, Energieeffizienz und digitale Planungsprozesse spielen eine immer größere Rolle. Wir setzen auf Lösungen, die sowohl nachhaltig als auch praxisnah umsetzbar sind.“

Was bedeutet dieser Übergabeprozess für euch beide persönlich? 

Leo: „Es freut mich sehr, dass Robert das Unternehmen übernimmt und weiterführt. Für mich ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass es nicht verkauft oder zerschlagen wird, sondern in der Familie bleibt. Zu sehen, wie es mit neuen Ideen weitergeht, erfüllt mich mit Stolz.“

Robert: „Für mich ist es eine besondere Verantwortung – und eine Herzensangelegenheit. Ich führe eine Familientradition weiter, die mir in die Wiege gelegt wurde. Es gibt mir Freude und Zuversicht, das Unternehmen weiterzuentwickeln und mutig in die Zukunft zu gehen.“

Der Generationswechsel bei uns zeigt, wie Erfahrung und frische Perspektiven sich ergänzen können. Mit einem klaren Blick für Qualität, regionaler Verbundenheit und dem Mut zur Weiterentwicklung ist das Unternehmen gut aufgestellt – für heutige Herausforderungen und das Bauen der Zukunft. Leopold Kaltenreiner